Warum wandern so viele Deutsche nach Polen aus?

Unser osteuropäischer Nachbar zieht so viele Deutsche an wie lange nicht mehr. Woran liegt das? Und was kann Deutschland von Polen lernen?

Warschau. Der blaue Porsche schleicht durch den Warschauer Feierabendverkehr, drinnen wummert Techno aus den Boxen, draußen geht es vorbei an Baustellen. „Hier war früher mal ein altes Brauereigelände“, sagt Kevin Wörner und zeigt aus dem Fenster, „heute ist alles voller Büros.“ Ein paar Straßen weiter entsteht gerade ein neuer Glasturm – das Warschauer Zentrum sieht fast aus wie das Frankfurter Bankenviertel.

Wörner fährt in die Tiefgarage eines sechsstöckigen Neubaus. Vor ein paar Monaten hat der 33-Jährige hier mit „Channel Craft“ sein Büro bezogen. Die Firma baut Social-Media-Content für Mittelständler in den USA und Deutschland.

Bis vor einem Jahr lebte Wörner in Berlin. Doch wegen seiner Exfreundin verbrachte er viel Zeit in Warschau. Über die Monate reifte die Idee, komplett hierherzuziehen.

2025 ist nicht nur Wörner nach Polen ausgewandert: 4941 weitere Deutsche haben es ihm gleichgetan. Das Land liegt damit noch vor Großbritannien, Italien und den Niederlanden. Seit der Pandemie sind nicht mehr so viele Bundesbürger ins östliche Nachbarland gezogen. Gleichzeitig sind nur 1720 Deutsche wieder aus Polen zurückgekommen – damit ist der „Wanderungssaldo“, wie es im Behördendeutsch des Statistischen Bundesamts heißt, negativ.

Warum zieht es immer mehr Deutsche über die Oder? Was genau klappt in Polens Wirtschaft besser als in Deutschland? Und was sollten wir von unserem östlichen Nachbarn lernen, um Fachkräfte nicht dauerhaft zu verlieren?

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Werbung, die aus dem Rahmen springt

Lukas Flöer baut 3D-Werbung für die größten deutschen Werbeflächen. Seit der 29-Jährige Metads vor drei Jahren gegründet hat, hat er seinen Umsatz vervierfacht – und große Kunden gewonnen.

Berlin. In den überdimensionalen Kopf von Lukas Flöer führen grüne Kabel. Er öffnet die Augen, blickt nach rechts, plötzlich bricht das Bild zusammen, durch die fallenden Pixel kriecht ein Roboter, der sich scheinbar aus der eckigen Fassade herauslehnt und über das Sony Center am Potsdamer Platz schaut. 

Die 3D-Werbung, die hier auf 257 Quadratmetern in Berlin läuft, ist eine von Flöers Arbeiten. Mit seiner Firma Metads bespielt der 29-Jährige mittlerweile die größten Werbescreens in Deutschland.

Er zählt mehr als 50 Kunden, darunter so namhafte wie Netflix , Red Bull und Sephora. Vor Kurzem ließ er in Hamburg mit viel Tamtam den ersten 3D-Screen durch eine Drohne in hundert Meter Höhe ziehen.

Seine Umsätze wachsen, die Zahl der Mitarbeiter auch. Dabei schwächelt das Gros der Branche. Wie ist Flöer, der Metads erst vor drei Jahren gegründet hat, dieses Kunststück in einem so umkämpften Markt gelungen?

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Wie Hotels zu flexiblen Arbeitsplätzen werden

Unser Autor hat sechs Wochen lang das Angebot von AT World getestet. Per App lassen sich flexibel Arbeitsplätze in Coworking-Spaces und Hotellobbys buchen. Was taugt das Konzept?

München, Halle, Köln. Nach Dienstschluss radle ich vom Münchener Handelsblatt-Büro nach Hause, in den Süden der Stadt. Nichts gegen die alte Jura-Maschine, die bei uns im Büro steht, aber Kaffee von der Siebträgermaschine schmeckt einfach besser. Außerdem bin ich an diesem Tag Anfang Juni neugierig auf die frisch installierte App, die ich gerade testen darf. Also stoppe ich beim Motel One am Hauptbahnhof, eines von 14 Hotels allein in der Münchener Innenstadt, die ich zum „Touchdown“ nutzen kann.

So nennt AT World das Arbeiten in der Hotellobby. Ich setze mich an die Bar, zeige meine App auf dem Smartphone vor und bestelle einen Cappuccino.

Per Wisch kann ich das Freigetränk einlösen, auch Tee oder Wasser sind möglich – und könnte hier, wäre es nicht schon früher Abend, noch stundenlang auf einem der Sessel oder an den Tischen mit meinem Laptop arbeiten.

Insgesamt sechs Wochen werde ich das Angebot von AT World kostenfrei testen. Dafür hat mir das Start-up, das zum Immobiliengiganten Aroundtown gehört, die „Unlimited“-Mitgliedschaft freigeschaltet, den besten Tarif, bei dem unter anderem unendliche Check-ins in Lobbys und Coworking-Spaces möglich sind.

Mehr als 600 Locations gibt es in Deutschland, weltweit wirbt das Unternehmen mit „2500 Arbeitsumgebungen“. Wie genau funktioniert das Angebot – und lohnt es sich wirklich?

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Christian Lindner – Der größte Autoverkäufer der Nation

Seit mehr als einem halben Jahr ist der ehemalige Berufspolitiker Vorstandsvize bei Autoland. Das Handelsblatt hat ihn begleitet. Wie macht sich der 47-Jährige in seinem neuen Job?

Brehna, Vaduz, Köln, Rottach-Egern. Als Christian Lindner auf die Bühne in Rottach-Egern tritt, will er eigentlich über seinen neuen Job sprechen: Es ist Mitte März, seit Anfang des Jahres ist er Vizechef von Autoland, einem der größten unabhängigen Autohändler der Republik. Doch hier, beim „Unternehmertag Tegernsee“, einem exklusiven Netzwerktreffen, bei dem man nicht aus dem Bühnenprogramm zitieren darf, bekommt er vor allem Fragen zu seiner Vergangenheit: zur geplatzten Ampelkoalition, zur kriselnden FDP, zu seiner Zeit als Finanzminister.

Lindner, helles Zegna-Jackett, beiges Shirt, schwarze Sneaker, versucht das Gestern wegzuwischen – und bringt die Firma in den Fokus, die er digitalisieren und modernisieren will: einen Betrieb mit 1500 Mitarbeitern, mehr als einer Milliarde Euro Umsatz, bis dato 38 Filialen und einer Zentrale in Sachsen-Anhalt. Brehna statt Berlin. Vorstandsbüro statt Finanzministerium. Unternehmer statt Politiker. Wie ist Lindner dieser Wechsel bisher gelungen?

Das Handelsblatt hat den 47-Jährigen in den vergangenen Monaten bei Auftritten beobachtet, ihn in seiner neuen Wirkungsstätte in der ostdeutschen Provinz besucht und sich bei ehemaligen Weggefährten umgehört.

Herausgekommen ist das Porträt eines Mannes, dem sein öffentliches Bild noch immer äußerst wichtig ist – und den die Vergangenheit immer wieder einholt. Will er wirklich nicht zurück?

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Mitarbeit: Jan Hildebrand

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